www.ideenreich.at: DI Heimo Zimmermann

Heimo Zimmermann

Foto Heimo Zimmermann

Herr Zimmermann, Sie haben sich im Jahr 2005 beim ideenreich-Wettberb beteiligt und mit Ihrer Idee eines "Kräuter-Heimgartens" aus 1.200 Ideen den 3. Platz belegt. Wie kamen Sie auf diese Idee?

DI Zimmermann: Ich bin Kulturtechniker, d.h. alles was grün ist liegt mir schon von vornherein am Herzen. Zudem koche ich gern. Die gekauften frischen Kräuter waren aber - wenn ihr Einsatz in der Küche gefragt war - meist schon vertrocknet und nicht mehr zu gebrauchen. Aus einem leeren Gervais-Becher und weiteren Utensilien habe ich mir dann selbst ein "Mini-Bewässerungssystem" gebastelt. Das war der Anfang von "cultis".

Wie ging's dann weiter?

DI Zimmermann: Als erstes habe ich mich mit der Ausarbeitung des Produktes, der Entwicklung eines Prototyps und dem Thema der Patentierung befasst. Letzteres war leider nicht so einfach, wie ursprünglich gedacht. Ich habe aber nicht locker gelassen und im dritten Anlauf war ich dann auch erfolgreich.

Parallel dazu entwickelte ich einen Business-Plan und konnte zwei Investoren für das Projekt begeistern. Ich habe mich auch um Förderungen bemüht. Dank WAFF-Innovationsassistenz konnte ich mir personelle Unterstützung leisten und eine WIFI-Förderung half bei der Finanzierung der Marketing-Anfangskosten.

Wie empfinden Sie diese Entwicklungszeit jetzt im Nachhinein?

DI Zimmermann: Ich war mit viel Engagement und Begeisterung dabei, muss aber sagen, dass auch viele leere Kilometer dabei waren und ich "mein Lehrgeld" bezahlt habe. Umgekehrt wiederum habe ich wohl noch nie in so kurzer Zeit soviel neues Wissen und soviel neue Erfahrungen sammeln können.

Cultis

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Und wie geht es Ihrem Produkt heute? 
 
DI Zimmermann: Das Produkt ist jetzt schon seit über zwei Jahren am Markt. Die Kunden-Resonanz ist gut. Auch zahlreiche Medien (Falter, Profil, Willkommen Österreich, ...) haben das Thema aufgegriffen und über cultis berichtet.

Womit wir dzt. noch kämpfen, das ist der Vertrieb über größere Ketten, z.B. in Produktschienen wie "Ja! Natürlich". Da ist es leider sehr schwer reinzukommen. Einkäufer wollen am liebsten ein Produkt, das schon voll am Markt etabliert ist, ein relativ neues Produkt hat es da schwer. Es gibt aber natürlich auch Ausnahmen, wie z.B. den Meinl am Graben, der das Produkt vom Fleck weg in sein Sortiment aufnahm.

Derzeit vertreiben wir cultis vorwiegend über das Internet, über Gärtnereien, über Bioläden und über Fachhändler wie Meinl am Graben.

Sie kommen ausbildungsmäßig aus einem technischen Bereich. Wo & wie haben Sie sich das kaufmännische Wissen angeeignet?

DI Zimmermann: Ich würde mich als Autodidakten bezeichnen. Ich suche stets nach neuen Herausforderungen und setze mich dann sehr intensiv mit der jeweiligen Thematik auseinander. Egal ob es sich nun um Patentrecht oder um Finanzfragen im Businessplan handelt. Auf diese Weise konnte ich auch in meinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten immer die Brücke schlagen zwischen dem technischen und dem betriebswirtschaftlichen Bereich.

Sie bieten Ihr Wissen auch anderen in Form von "Ideen-Coaching" an. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

DI Zimmermann: Ich habe durch cultis und andere Projekte ein breites und vor allem sehr praxisnahes Wissen anzubieten, wenn es darum geht, eine Idee in die Tat umzusetzen. Bei meiner Beratung geht es mir also um ganz grundlegende Dinge, wie z.B. Gibt es für das Produkt überhaupt einen Markt? Ist die Idee patentierbar? Wo gibt es passende Förderungen und was muss man dabei beachten? ...

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man bei seiner eigenen Idee oftmals etwas zu wenig kritisch ist. Natürlich sind Optimismus und Enthusiasmus wichtig, keine Frage. Aber gerade deshalb macht es Sinn, ein "nüchternes" Feedback von einem Externen zu erhalten. Ich denke, das hätte mir bei meinem cultis-Projekt auch sehr geholfen, z.B. was die Thematik "Vertrieb" betrifft. 

Mit welchen Kosten muss man für eine solche Beratung rechnen?

DI Zimmermann:  Als Mitglied des Expertenpools des WIFI Wien kann ich Beratungen bis zu einem Umfang von 24h, z.B. für einen Ideencheck, zu einem geförderten Stundensatz von EUR 35,-, für Jungunternehmer sogar um EUR 17,50 anbieten.

Haben Sie noch einen abschließenden Tipp für unsere LeserInnen auf ideenreich.at?

DI Zimmermann: Ein eigenes Produkt zu entwickeln und seine Idee in die Tat umzusetzen, ist eine unglaublich spannende Sache. Man darf den nötigen Aufwand jedoch nicht unterschätzen und braucht auch viel Durchhaltevermögen. Sowohl was etwaige Rückschläge als auch was die Umsetzungszeit betrifft.

Wichtig ist, dass man dran bleibt!

Wir danken für das Interview!
Jänner 2007

Link-Tipp und weitere Informationen:

www.cultis.at

Ideen-Coaching (1)
Ideen-Coaching (2)

Heimo Zimmermann (PDF, 405 KB)


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