
Herr Em, Sie haben beim Ideenreich-Wettbewerb 2005 den 2. Platz bei der ExpertInnenbewertung belegt. Können Sie uns ein bisschen über Ihre Idee, den "Pack Cutter" erzählen?
Roland Em: Mit dem Pack-Cutter wird ein sauberes und verlustfreies Abfüllen von Kaffeepulver in Aromabehälter möglich.
Das ganze funktioniert folgendermaßen: Der Pack-Cutter wird auf einen beliebigen Aromaabfüllbehälter aufgesetzt, die volle Vakuumkaffeeverpackung wird in den Trichter eingeschoben. Dann wird mit der sicher innen liegenden Schneideeinheit der Verpackungsboden diagonal zu den Dreieckslaschen aufgeschnitten und somit kann das Kaffeepulver sauber und staubfrei in den Aromaabfüllbehälter abfallen.
Die Kaffeeverpackung kann nach vollständiger Entleerung mitsamt dem Pack-Cutter nach oben weggenommen und die Verpackung zum Trennmüllsystem gelegt werden.
Wie kamen Sie auf die Idee?
Roland Em: Das war der reinste Zufall! An einem schönen Samstag Morgen stand ich sehr früh auf und freute mich schon auf einen guten Frühstückskaffee. Da ging das Ganze los. Die Kaffeedose war leer und ich machte mich daran, den Inhalt einer neuen Vakuumpackung in die Kaffeedose umzufüllen. Beim Aufziehen der Verpackungslaschen staubte das Kaffeepulver schon heraus und die halbentleerte Packung fiel auch noch zu Boden. Die verschmutzte Küche war also "perfekt". Als ich dann endlich meine Tasse Kaffee genießen konnte, nahm ich Zettel und Stift und konstruierte den "Pack-Cutter". Am darauf folgendem Montag ließ ich diesen aus Metall anfertigen und es hat funktioniert.
Wie lange beschäftigen Sie sich bereits mit dieser Idee?
Roland Em: Der Pack-Cutter ist seit 2004 bei mir im Küchenzubehörfach und ich möchte ihn nicht mehr missen. Eines Tages hörte ich dann im Radio vom Ideenwettbewerb auf www.ideenreich.at. Dies war der Anstoß den Pack-Cutter aus dem Fach zu holen, ihn zu fotografieren und seine Funktion zu dokumentieren. Meine Erwartung waren ehrlich gesagt nicht sehr groß, doch die Arbeit hat sich offensichtlich gelohnt. Ich habe nicht nur den zweiten Platz gewonnen sondern wurde und werde auch vom aws weiterbetreut.
Wo stehen Sie derzeit mit Ihrem Produkt? Was sind die nächsten Schritte?
Roland Em: Es wurden derzeit zwei Prototypen aus Kunststoff gefertigt. Diese sind derzeit bei sehr namhaften Kaffeefirmen auf Präsentationstour.
Es war aber auch sehr arbeitsintensiv solche Prototypen zu konstruieren und produktionsreif zu machen. Sehr große Unterstützung bekomme ich von der aws und der Fa. HKT-Kunststofftechnik aus St. Gallen (Stmk.).
Welche Unterstützung haben Sie auf dem Weg zur Umsetzung seitens aws erhalten?
Roland Em: aws ist für mich eine Top-Einrichtung. Ohne ihrer Hilfe könnten wohl viele solche Projekte finanziell od. wirtschaftlich nie verwirklichen. Das aws gibt sich sehr viel Mühe finanzschwachen Erfindern unter die Arme zu greifen, um einen erfolgreichen Weg gehen zu können. Ich kann nicht oft genug DANKE sagen!
Welche Tipps können Sie den UserInnen auf ideenreich.at geben, die Ihre Ideen auch selbst umsetzen wollen?
Roland Em: Lassen Sie nichts unversucht, es könnte ein Fehler sein.
Und: Wer nicht wagt, auch nicht gewinnt!
Wir danken für das Interview!
Mai 2006
Hinweis: Seit Beendigung des Ideenreich Wettbewerbs begleiten die Expertinnen und Experten der aws Erfolg versprechende Ideen auf dem Weg zur Umsetzung. Die Finanzierung dieser Leistungen erfolgt durch das bmvit.
Nähere Informationen zum aws und die Unterstützung von ideenreich.at-Mitgliedern finden Sie im Beitrag "Von der Idee zum Markt"